Fotografieren ist wie Bier saufen – Blende, Belichtungszeit, ISO

Wie war das noch mit Belichtungszeit, Blende und ISO? Ganz einfach…

Damit deine Kamera ein Bild macht, muss der Sensor in der Kamera mit Licht versorgt werden. Damit das Bild nicht zu hell oder zu dunkel wird, musst du entscheiden, wie lange wie viel Licht auf den Sensor fällt. Das machst du mit der Blende und der Belichtungszeit. Du kannst aber auch den ISO-Wert verändern und damit die Empfindlichkeit des Sensors regulieren. Ganz schön kompliziert am Anfang, ich versuch’s mal anders.

Stell dir vor, dein fertiges Bild ist ein volles Bierglas. Das Licht, welches auf den Sensor soll, befindet sich in Form von Bier in der Zapfanlage. Um dein Glas nicht zu voll und nicht zu leer zu machen, musst du den Zapfhahn weit genug aufdrehen (Blende) und das Bier lang genug ins Glas laufen lassen (Belichtungszeit). Wenn nun aber nur noch ganz wenig Bier in der Zapfanlage ist (wenig Licht vorhanden), du aber trotzdem ein volles Glas willst, musst du ein kleineres Glas nehmen, also den ISO-Wert verändern. Aber wer will schon ein kleines Bier, also: ISO-Wert verändern ist nur eine Notlösung.

Blende = wie viel Bier läuft aus der Zapfanlage in dein Glas.

Belichtungszeit = wie lange läuft das Bier aus der Zapfanlage in dein Glas.

ISO = wie viel Bier passt in dein Glas.

Die richtige Belichtungszeit

Wenn die Belichtungszeit zu lang ist, verwackelt das Bild, denn “es geht Licht daneben”. Wenn du dein Bierglas zu lange unter den Zapfhahn halten musst, geht ja auch was daneben, grade wenn es nicht dein erstes Bier ist.

Das hängt auch mit der Brennweite deines Objektivs zusammen. Wenn du mit einem Weitwinkel fotografierst, kannst du eine etwas längere Belichtungszeit wählen, als bei einem Teleobjektiv.

Stell dir vor, dein Teleobjektiv ist ein Reagenzglas und dein Weitwinkel eine Bratpfanne. Beide möchtes du mit Bier füllen, ohne, dass ein Tropfen daneben geht. Die Bratpfanne kannst du problemlos länger unter den Zapfhahn halten, ohne dass du etwas verschüttest, auch wenn du ein wenig wackelst. Wenn du allerdings mit dem Reagenzglas, also dem Teleobjektiv zu sehr wackelst, geht schon mal etwas daneben.

Wenn nun aber nur noch so wenig Bier in der Zapfanlage ist, dass du keine andere Möglichkeit hast, als es langsam in dein Glas fließen zu lassen, stell das Glas einfach auf einen Tisch, dann geht auch nichts daneben. Also: Stativ verwenden.

Im Internet kursieren diverse Formeln über Belichtungszeit und Brennweite:

Belichtungszeit = 1/Brennweite: 50 mm Brennweite -> 1/60 Belichtungszeit oder 200 mm Brennweite -> 1/200 Belichtungszeit.

Diese sind aber mit Vorsicht zu genießen. Grade in hektischen Situationen wackelt man doch ein wenig mehr als sonst, wäre schade, wenn das Bild nichts wird, weil man sich auf Formeln verlässt. Es gibt Menschen mit einer ruhigen Hand und solche (wie mich), die ein wenig mehr wackeln.

Die richtige Blende

Wenn du die Blende weit aufdrehst (niedrige Zahl), hast du viel Tiefenunschärfe und wenig Motiv. Wenn du den Zapfhahn weit aufdrehst, hast du viel Schaum und wenig Bier. (An dieser Stelle hakt der Vergleich, denn ich mag sowohl viel Tiefenunschärfe, als auch viel Bier).

Wenn du die blende weit zudrehst (hohe Zahl), hast du weniger Tiefenunschärfe. Hier kann es allerdings passieren, dass man Staubkörner auf dem Objektiv gut sieht, die bei offener Blende verschwimmen würden. Wenn du den Zapfhahn also nur ganz leicht aufdrehst, kann es sein, dass dir Staub ins Bier fällt. Oder so.

Der richtige ISO-Wert

ISO sollte immer auf 100 stehen. Einige Kameras fangen auch erst bei 200 an. Das ist auch okay. Den ISO-Wert solltest du erst verändern, wenn du bei Blende und Belichtungszeit keinen Spielraum mehr hast. Wie gesagt, kleines Bier und so.

Also, einfach mal ausprobieren und lernen, damit du dich irgendwann (fast) nur noch auf dein Motiv konzentrieren kannst und die Einstellungen der Kamera perfekt sitzen.

Wenn dir das alles zu kompliziert ist, fotografierst du eben weiter im Automatikmodus (abgelaufenes Dosenbier).

Prost!

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